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Geothermie-Kraftwerke im Betrieb

In Deutschland gibt es derzeit rund 30 laufende Geothermie-Projekte, etwa die gleiche Anzahl befindet sich in der Entwicklungsphase. Auch in den europäischen Nachbarländern ist diese Form der Energiegewinnung auf dem Vormarsch. In der Schweiz etwa stieg die Wärmeproduktion aus geothermischen Quellen zwischen 2010 und 2015 um 63 Prozent, in Frankreich im gleichen Zeitraum um 74 Prozent.


Insheim-Pfalzwerke

Die geothermische Anlage in Insheim produziert seit 2012 mit einer Leistung von etwa 3,5MW Strom für das öffentliche Netz. Die Verfügbarkeit der Anlage im Jahr 2015 lag bei etwa 98%. Die produzierte Strommenge entspricht in etwa der von 10 Windrädern, allerdings kontinuier-lich und unabhängig von Wind und Wetter. Eine Wärmeversorgung für die Gemeinde Insheim ist geplant.


Rittershoffen ECOGI (Exploitation de la Chaleur d’Origine Géothermale pour l’Industrie)

Die im Juni 2016 fertiggestellte Anlage im Elsass (Höhe Rastatt auf der anderen Rheinseite) versorgt über eine 18 km lange Wärmeleitung eine Nahrungsmittelfabrik mit Prozesswärme. Auf den 18 km verliert das Fernwärmewasser etwa 3°C, die Fabrik wird mit 160°C versorgt. Mittelfristig sollen etwa 190 GWh Wärme pro Jahr geliefert werden. Hier ersetzt die Geother-mie etwa 19 Millionen Liter Heizöl pro Jahr (entspricht 100 Liter/MWh).


Erdwärme Grünwald-Gemeinde Grünwald

Das 2011 in Betrieb gegangene geothermische Heizkraftwerk mit etwa 38MW thermischer Leistung versorgt die Gemeinde Grünwald mit Wärme. Das Fernwärmenetz hat einen Umfang von etwa 48km. Die nicht genutzte Wärme wird vor allem im Sommer in Strom verwandelt. Über eine Verbindungsleitung wird Wärme mit der Gemeinde Unterhaching getauscht, die eine ähnliche Anlage betreibt. Dies ermöglicht auch bei Stillstand einer Anlage die komplette Versorgung der beiden Gemeinden mit Wärme aus der Tiefen Geothermie.


Stadtwerke München (SWM)

SWM betreibt zwei geothermische Heizwerke und drei geothermische Heizkraftwerke (Kombi-anlagen Strom-Wärme). Das etwa 190km lange Fernwärmenetz der Stadt München soll bis in Jahr 2040 vollständig aus erneuerbarer Energie gespeist werden. Der größte Teil davon wird aus Tiefer Geothermie erzeugt werden.