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GeoWärme Südpfalz: Suchraum konkretisiert

130-Hektar-Potenzialfläche für möglichen Standort ermittelt / Lage im südöstlichen Bellheimer Wald

Die Potenzialfläche konzentriert sich auf den südöstlichen Teil des ursprünglichen 330 Hektar großen Suchgebiets. Sie wird von der L538 begrenzt, was einen präferierten Anlagenstandort am Waldrand und in Straßennähe möglich machen würde. Insgesamt würde die Geothermieanlage, wie in der Projektplanung vorgesehen, rund einen Hektar Betriebsfläche erfordern, das entspricht etwa einem Fußballfeld.

Potenzialfläche GeoWärme Südpfalz, ca. 130 Hektar, Stand: April 2017

Naturschutzfachliche Bewertung

Derzeit werden naturschutzfachliche Untersuchungen und Bewertungen im verkleinerten Gebiet vorgenommen. Zuständig ist die Firma L.A.U.B., ein auf Umwelt- und Freianlagenplanung spezialisiertes Ingenieurbüro aus Kaiserslautern. „Wir rechnen damit, dass eine Handvoll separater Flächen übrig bleiben werden, wo ein Geothermiestandort aus geologischer und naturschutzfachlicher Sicht sinnvoll bzw. unbedenklich wäre“, so die Einschätzung von Lutz Stahl, Geschäftsführer Deutsche ErdWärme. Die Ergebnisse aus den Untersuchungen sollen im Sommer vorliegen.

Aktuellste Datenbasis

Die weitere Eingrenzung des Suchfeldes wurde von der GeoThermal Engineering GmbH (Karlsruhe) vorgenommen, einem weltweit tätigen Beratungsunternehmen für Tiefe Geothermie. Die Datenbasis zur geologischen Bewertung möglicher Standorte wurde aus aktueller 3D-Seismik gewonnen. Dabei sendet man, über eine bestimmte Fläche verteilt, Schallsignale in die Tiefe und fängt ihr Echo mit hochempfindlichen Messgeräten auf. Aus den unterschiedlichen Reflexionszeiten ergibt sich ein dreidimensionales Bild der Verhältnisse im Untergrund, wobei in erster Linie die vorhandenen Bruchlinien durch die Gesteinsschichten hindurch von Interesse sind. An diesen Linien entlang sollen die beiden Bohrungen bei GeoWärme Südpfalz ausgerichtet werden, so dass man auf möglichst freiem Weg zum Tiefenwasserreservoir gelangt und im späteren Anlagenbetrieb mit vergleichsweise wenig Förder- bzw. Rückführdruck arbeiten kann, was das Risiko induzierter Seismizität deutlich verringert.

Die letztes Jahr in Betrieb genommene Geothermieanlage im elsässischen Rittershoffen macht sich diese besonderen Gegebenheiten im Oberrheingraben ebenfalls zunutze, die gewonnenen Erkenntnisse aus diesem Projekt fließen kontinuierlich in die weitere Planung von GeoWärme Südpfalz ein.

Wärmeversorgung für die Region

Innerhalb der bezeichneten Potenzialfläche will die DeutscheErdwärme ein geothermisches Heizkraftwerk mit etwa 40 MW thermischer Leistung errichten. Die beiden Bohrungen sollen etwa 3.400 Meter tief reichen, wo rund 165 Grad Celsius heißes Thermalwasser erwartet wird. Förderung, Wärmeentnahme und Rückführung in das Reservoir erfolgen in einem geschlossenen Kreislauf, das Wasser verlässt die Anlage an keiner Stelle.

Im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie lässt sich die geothermische Wärme rund um die Uhr und frei von äußeren Einflüssen nutzen. Bei 8.000 Stunden Volllastbetrieb der Geothermieanlage ließen sich etwa 320 GWh Wärme pro Jahr produzieren. Der Stromverbrauch für die Tiefpumpe und Antriebe dürfte etwa 6 GWh/Jahr betragen.

Die Wärmeleistung würde rechnerisch für 12.500 Einfamilienhäuser mit 4 Personen ausreichen, also für etwa 50.000 Personen. Die Gemeinden Bellheim, Lustadt und Germersheim haben insgesamt etwa 30.000 Einwohner und könnten damit langfristig versorgt werden, einschließlich der Gewerbebetriebe.

„Ich freue mich, dass wir, bei allen divergierenden Standpunkten und Interessen, eine zunehmend von Sachargumenten geprägte Diskussion führen“, sagt Lutz Stahl. „Noch besser und hilfreicher wäre es allerdings, wenn einige Bürgerinitiativen ihr begrüßenswertes Engagement ebenfalls auf konstruktive Art und Weise einbringen würden, anstatt sich der inhaltlichen Auseinandersetzung komplett zu verweigern“.

Auf www.bürgerdialog-geowärme.de finden sich alle Informationen und Termine zu den regelmäßigen Bürgergesprächen in Bellheim, Lustadt und Westheim sowie zu weiteren Veranstaltungen.
Dort besteht auch die Möglichkeit, Fragen zum Projekt zu stellen.

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